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3DION realisiert mit Voxeljet den Druck von Repliken für den Hohen Dom zu Köln

von Sheldon S. Nazaré 11. November 2015

Repliken von Voxeljet in unterschiedlichen Größen.
Repliken von Voxeljet in unterschiedlichen Größen.

Eines von neun Portalen – als Abbild des himmlischen Jerusalem – 3D-Druck in der Denkmalpflege: Patentag für die Förderer der Restaurierung am Michaelportal

Das 3D-Netzwerk 3DION realisierte mit seinem Partner Voxeljet, einem führenden Hersteller von 3D-Drucksystemen, ein Prestige-Projekt für den Hohen Dom zu Köln.  In Zusammenarbeit und mit großartiger Unterstützung von Voxeljet wurden Repliken für die Paten des Michaelportals hergestellt. Das Michaelportal ist eines von neun Portalen mit insgesamt 12 Türen, in Anlehnung an die damaligen Tore des himmlischen Jerusalems aus der Apokalypse als dessen Abbild der Dom geschaffen wurde.


Als besonderes Dankeschön wurden allen Paten hochwertige 3D-Drucke derjenigen Reliefs und Skulpturen überreicht, deren Restaurierung von ihnen finanziert wurde. Zudem erhielten sie eine Urkunde und einen »Patenbrief« in Form eines Katalogbandes, der die Geschichte und Restaurierung des Portales sowie sämtliche Figuren in Text und Bild vorstellt.

In seiner Begrüßung dankte der Präsident des Zentral-Dombau-Vereines Michael H. G. Hoffmann den Stiftern herzlich für ihre Förderung der Restaurierungsarbeiten. »Der Zentral-Dombau-Verein«, so Hoffmann, »freut sich und ist stolz auf das große Engagement seiner Mitglieder für den Erhalt des Kölner Doms.« Der Dombaumeister Peter Füssenich betonte, dass »ohne den großartigen Einsatz des Zentral-Dombau-Vereins und die Liebe vieler Menschen für den Kölner Dom, der Erhalt eines solchen Generationenwerkes, wie es der Kölner Dom ist, nicht denkbar wäre.«

Dompropst, Vereinspräsident und stellvertretender Dombaumeister dankten insbesondere Thomas Meurers von 3DION für die Beratung und Planung sowie Dr. Ingo Ederer, Florian Rauscher und Emil Nigl von Voxeljet für die Erstellung der Repliken und für ihr großzügiges Sponsoring.

Offizieller Willkommensgruß

Offizieller Willkommensgruß und Danksagung an die Paten sowie an Florian Rauscher/Voxeljet und Thomas Meurers/3DION vom Dompropst der Hohen Domkirche zu Köln: Gerd Bachner (Bildmitte), Dombaumeister der Hohen Domkirche zu Köln: Peter Füssenich (links) und Präsident Zentral-Dombau-Verein zu Köln: Michael H.G. Hoffmann (©Mira Unkelbach/Dombauhütte, ©Jennifer Rumbach/Dombauarchiv).

(©Mira Unkelbach/Dombauhütte, ©Jennifer Rumbach/Dombauarchiv).
(©Mira Unkelbach/Dombauhütte, ©Jennifer Rumbach/Dombauarchiv).

Der Produktion der Repliken
3DION überzeugte den damaligen Dombaumeister Michael Hauck, seinen Stellvertreter Peter Füßenich und ZDV-Präsident Michael H.G. Hoffmann von dem Vorschlag, die Repliken der damaligen Figuren von Voxeljet erstellen zu lassen, da deren Material dem haptischen Erlebnis des Sandsteins am nächsten kommt. Das süddeutsche Unternehmen ist einer der weltweit führenden Anbieter industrieller 3D-Drucktechnik. Mit einem eigenen Service Center bietet man weltweit die On-Demand-Fertigung von Sandformen und Plastikmodellen für viele verschiedene Branchen an.

Die Produktion der Repliken.
Die Produktion der Repliken.

Voxeljets VX4000 im Einsatz
Voxeljets VX4000 im Einsatz

Zunächst wurden die aus dem 19. Jahrhundert vorhandenen Gipsmodelle der Portalfiguren von dem Kölner Dienstleister „3D Scanworks Scanservice“ mit einem „Steinbichler“ 3D-Scanner gescannt und entsprechende STL-Modelle erstellt. Einige Fehlstellen an den Gipsmodellen verlangten direkte Scans an den schwer zugänglichen Portalfiguren welche mit einem „Artec Spider“ 3D-Scanner vorgenommen wurden. Anschließend wurden die Daten skaliert und aufeinander abgestimmt.

Im letzten Schritt wurden alle 108 Repliken anhand der STL-Daten an nur einem Wochenende gedruckt. Mit Hilfe des 3D-Schichtbauverfahrens wurden beispielsweise alle Szenen des Tympomanfeldes mit dem VX1000 3D-Drucker (Bauraum: 1000 x 600 x 500 mm) in nur 31 Stunden hergestellt.

Um das gewünschte haptische Erlebnis des Sandsteins zu realisieren, wurde als Trägermaterial PMMA (Polymethylmethacrylat = synthetischer, transparenter, thermoplastischer Kunststoff) -Pulver verwendet. Nach anschließender Reinigung erfolgte eine Infiltration und Imprägnierung mit Epoxidharz, um die Repliken zu schützen.

Der Kölner Dom: Architektonische Meisterleistung, Geschichtsmonument, Touristenattraktion und Weltkulturerbe
Der Kölner Dom, eine architektonische Meisterleistung, ist ein bedeutendes Bauwerk, das als Denkmal weit über die Grenzen Kölns, des Rheinlands und Deutschlands internationales Interesse findet. Der Dom ist bedeutende Pilgerstätte und Wallfahrtsort. Die Kathedrale ist Weltkulturerbe und gilt als herausragendes Geschichtsmonument und Touristenattraktion.

Mit 157 Metern Höhe war der Dom im Jahr seiner Vollendung 1880 das höchste Gebäude der Welt und ist heute das dritthöchste Kirchengebäude, mit einer Bauzeit von über 600 Jahren und über 6 Millionen Besuchern im Jahr. Damit ist der Dom eine der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands.

Originalfiguren am Michaelportal: Tympanon während der Laserreinigung
Originalfiguren am Michaelportal: Tympanon während der Laserreinigung

Informationen zu Metropolitankapitel der Hohen Domkirche Köln: Dombauhütte – Steinrestaurierungswerkstatt

Die Erhaltung einer gotischen Kathedrale von der Größe des Kölner Domes ist eine enorme Herausforderung. In den vergangenen Jahren lag der Bauetat für die Instandhaltungsarbeiten bei sechs bis sieben Millionen Euro pro Jahr. Etwa 60 Prozent der Gelder stammen vom Zentral-Dombau-Verein (ZDV). Der Verein besteht seit 1842 und finanzierte bereits maßgeblich die Domvollendung im 19. Jahrhundert. Für den Erhalt des Kölner Domes ist sein großes Engagement unverzichtbar.

Von 100 Mitarbeitern arbeiten etwa 80 Handwerker an der Domerhaltung. In der Dombauhütte bilden Steinmetze und Steinbildhauer die größte Gruppe. Darüber hinaus sind Schreiner, Schlosser, Schmiede, Glaser, Glasmaler, Glasrestauratoren, Maler, Goldschmiede, Dachdecker, Elektriker, Gerüstbauer und Steinrestauratoren tätig. Die 20 übrigen Mitarbeitern sind in einer wissenschaftlichen Abteilung mit Archäologen und Kunsthistorikern und nicht zulezt der Verwaltung beschäftigt. Alle arbeiten hier Hand in Hand, damit kein Schaden übersehen wird. Viele sind bereits seit der Lehrzeit hier und können somit ihre langjährige Erfahrung an diesem besonderen Arbeitsplatz besser nutzen.

Florian Rauscher, Voxeljet, Peter Füssenich, Dombaumeister, die Restauratoren: Sophie Hoepner, Jasper Völkert und Sven Eversberg (nicht auf dem Bild), Emil Nigl, Voxeljet und Thomas Meurers, 3DION.
Florian Rauscher, Voxeljet, Peter Füssenich, Dombaumeister, die Restauratoren: Sophie Hoepner, Jasper Völkert und Sven Eversberg (nicht auf dem Bild), Emil Nigl, Voxeljet und Thomas Meurers, 3DION.

Informationen zu Voxeljet
Die 3D-Drucker von Voxeljet haben ein breites Einsatzfeld, dazu gehören Automobil-, Luftfahrt-, Raumfahrt-, Maschinenbau-, Schiffsbau- und Schwerindustrie. Aber auch in den Bereichen Architektur, Film und Kunst findet der 3D-Druck immer mehr Anwendung. So hat das Unternehmen in der hauseigenen Dienstleistung den legendären Aston Martin DB5 für den James Bond Skyfall-Film detailgetreu im Maßstab 1:3 gedruckt, damit der wertvolle Originalwagen unbeschädigt blieb.

Informationen zu 3DION
Die Initiative wurde ins Leben gerufen, um der stetig wachsenden Zahl von interessierten Menschen, die aus unterschiedlichen Branchen kommen, die Vision des dreidimensionalen Drucks – bisher als Rapid Prototyping, Rapid Manufacturing und Rapid Tooling oder Generative Fertigung bekannt – zu helfen. 3DION bedient gleichermaßen Hersteller, Dienstleister, Händler und Anwender und bietet unter anderem Schulungen, kostenfreie Informationsveranstaltungen, Beratungsdienstleistungen im B2B- und B2C-Bereich sowie die 3DION-Webseite und Social Media- Aktivitäten. Business-Mitglieder haben darüber hinaus die Möglichkeit, Messeteilnahmen auf 3DION-Gemeinschaftsständen zu realisieren. Die Initiative dient all denen, die die Vernetzung suchen und 3DION nutzen wollen. 3DION freut sich auf Interessenten aus der 2D- und 3D-Druckwelt.

 3DION – The Network (©Uwe Janke/ILFORD)
3DION – The Network (©Uwe Janke/ILFORD)

Die imposante Westfassade des Dom zu Köln. Foto: 3DION

Das Michaelportal - bald im neuen Glanz. Foto: 3DION

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Zur Veröffentlichung: Kontakte und Infos
http://www.dombau-koeln.de
http://www.zdv.de/de
http://www.voxeljet.de
http://www.3dion.org
http://www.rgf.de/de/dombau.html

Thomas MeurersSheldon S. Nazaré

RGF Presseattaché

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